Internationaler Freimaurerorden für alle Menschen Österreich

LE DROIT HUMAIN

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Galerie der Erinnerung

Maria Rodosi

Maria Rodosi

Sie wurde am 17. Oktober 1876 als Maria Katharina Schlesinger in Wien geboren und starb, 1938 durch die Nationalsozialisten vertrieben, am 24. November 1971 im schwedischen Göteborg. Beide Elternteile entstammten jüdischen Familien. Ihr Vater Adolf Schlesinger (1831-1903) kam aus Liptovská štiavnica, der nördlichen Slowakei, einem damals zu Ungarn gehörigen Gebiet der Habsburgermonarchie. Er arbeitete in Wien als bekannter Wirtschaftsjournalist. Die Mutter Josefine Friedmann (1844-1898) hatte in Prag studiert und in Wien als Lehrerin gewirkt. Der ältere Bruder Daniel starb 1877 im Alter von nur drei Jahren an einer Gehirnhautentzündung. Aus Angst um die Gesundheit der Tochter erhielt diese daher Privatunterricht. 1894, mit 18 Jahren, absolvierte sie ein öffentliches Examen bei dem sie neben der deutschen Unterrichtssprache auch in Französisch und Pädagogik abschloss. Das Multitalent kommunizierte neben Deutsch in Ungarisch, Slowakisch, Französisch, Italienisch, Englisch und später in Schwedisch. Zwischen 1895 und 1886 absolvierte sie zudem einen Kurs in Erster Hilfe.

Maria Rodosi erhielt ihre professionelle Musikausbildung am Wiener Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. Als ihre Lehrer fungierten Jakob Grün - Violine, Rudolf Braun - Klavier und Theorie und Julius Winkler - Violine. Sie alle unterrichteten als renommierte Künstler an dieser zentralen Ausbildungsstätte in der Tradition der Wiener Geigenschule.

Ein Brief von 1906 zeigt darüber hinaus den zentralen Einfluss, den die weltberühmte Kammersängerin und Pianistin Caroline von Gomperz-Bettelheim (1845-1925) auf sie ausübte. Als diese um 1896 eine Geigerin suchte, lud sie die junge Maria nach der Empfehlung eines ihrer Professoren auf ihr Schloss Habrowan/Habrovany in Mähren. Ab diesem Zeitpunkt verbrachte das aufstrebende Talent jährlich mehrere Wochen bei der kinderlosen Mentorin. Durch sie wurde Maria Schlesinger nach eigenen Worten in die große Kulturwelt eingeführt und erhielt Zutritt in Kreise, die ihr sonst verschlossen gewesen wären. Zu diesen zählte unter anderem der Schriftsteller Ferdinand von Saar (1833-1906) mit dem sie von 1897-1903 einen Briefwechsel führte. Auch die Pianistin Leonie Hock (1873-1968) entwickelte sich zu einer wichtigen Freundin, ebenso der Journalist Gustav Eckstein (1875-1916), ein Vordenker des Austromarxismus. Eine enge Beziehung verband sie zudem zu dem Komponisten der Neuen Musik – Armin Kaufmann (1902-1980).

Spätestens ab 1906 startete Maria Rodosi in unterschiedlichen Formationen ihre Konzerttätigkeit als Solistin, denn sie besaß ein ausgeprägtes Verständnis für eine professionelle Laufbahn. Zahlreiche erhaltene Konzertprogramme zeugen von ihrem leidenschaftlichen Musikschaffen. Da sie nach dem Tod der Eltern ab 1903 Vollwaise war empfahl die väterliche Verwandtschaft der bereits erfolgreichen Musikerin eine Verehelichung. So heiratete sie 1907 ihren Cousin, den k.u.k. Major Ignaz Béla von Rodossy (1864-1945). Gebürtig war er aus dem damals ungarischen Dorf Hosszurét, das später der Slowakei zugeordnet wurde. Vor der Hochzeit hatten beide die Israelitische Kultusgemeinde verlassen und waren zum Evangelischen Glaubensbekenntnis konvertiert. Das Paar hatte drei Kinder: Tochter Alice Josefine Mathilde (1908/Wien-1958/Seattle), die ebenfalls Musikerin wurde und sowohl als Bratschistin als auch als Sängerin brillierte, emigrierte gezwungenermaßen 1939 zur väterlichen Verwandtschaft nach Amerika. Hildegard Marie Rodosi (1909/Thunau - Gemeinde Gars-1994/Göteborg) emigrierte zusammen mit ihrer Mutter nach Schweden und verdiente dort als Sekretärin ihren Lebensunterhalt. Karl Franz (1911/Wien-2007/Eklanda Lund/Schweden) absolvierte noch in Österreich seine Ausbildung zum Goldschmied und wanderte bereits 1929 nach Schweden aus. Alle drei zeigten musikalische Begabung, sie beherrschten Klavier, Bratsche, Cello und Geige und spielten gemeinsam als Trio in Hauskonzerten.

Trotz der überaus kritischen Haltung ihres Mannes ihrer beruflichen Karriere gegenüber und trotz ihrer Aufgaben als Mutter kämpfte Maria Rodosi unermüdlich um ihre berufliche Professionalität. So findet man sie noch vor 1914 regelmäßig bei musikalischen Veranstaltungen unter anderem auch im Ottakringer Volksbildungsverein. Die Todesschüsse in Sarajevo stürzten einen ganzen Kontinent in die Katastrophe und auch die Familie Rodosi litt unter den Bedingungen. Die Mutter hungerte und die Kinder waren nur noch „Haut und Knochen“ . Obwohl ihr Mann bereits pensioniert war, diente er der Monarchie erneut mit dem Einsatz seines Lebens. Seine Abwesenheit brachte Ruhe in das Heim und Maria künstlerische Freiheiten. Mitten im Ersten Weltkrieg tritt sie unter anderem als Violinistin bei einer Tanzveranstaltung der berühmten Gertrude Barrison (1880-1946) im Konzerthaus auf . Als Kammermusikerin bot Rodosi darüber hinaus Kurse für Anfängerinnen und Fortgeschrittene. Pädagogische Aufgaben führten sie von 1924 bis 1932 an das Neue Wiener Konservatorium, wo sie Vor- und Ausbildungsklassen für Violine leitete. Das Neue Wiener Konservatorium war 1909 gegründet worden, galt als eine der bedeutendsten und innovativsten Musiklehranstalten Österreichs und wurde 1938 von den Nationalsozialisten aufgelöst. Die Unterrichtsstätigkeit von Maria Rodosi war bezüglich finanzieller Absicherung notwendig, zeigt aber darüber hinaus ihre hohe Qualifikation und ihre Durchsetzungskraft. Im Gegensatz zu den männlichen Professoren war der Frauenanteil gering, er betrug 1929 nur 21Prozent.

Für Musikerinnen war ein professioneller Werdegang mit vielen Schwierigkeiten verbunden, von öffentlichen Auftritten schlossen sie die männlichen Orchester aus. Das Ende der Habsburgermonarchie eröffnete für sie jedoch neue Chancen, alte Geschlechterstereotypen hatten sich reduziert und weibliche Berufstätigkeit war Anfang der 1920er Jahren zudem eine ökonomische Notwendigkeit. In diesem Zusammenhang steht die Gründung des Rodosi Streichquartetts im Jahr 1920, mit dem öffentliche Auftritte folgten. Doch die Ehe zu ihrem Mann entwickelte sich nicht nur auf Grund ihrer musikalischen Ambitionen zunehmend schwierig. Für den Major war nach dem Ende des Ersten Weltkrieg eine ganze Welt zusammengebrochen, das Leben mit ihm schwierig. Maria Rodosi erlöste die Kinder von der bedrückenden Atmosphäre im elterlichen Heim, indem sie sie aus dem hungergeplagten Wien und dem gefürchteten Vater mit Hilfe des Roten Kreuzes und seinen Kinderlandverschickungen nach Schweden fahren ließ. Der neunjährige Sohn Karl verließ Wien zum ersten Mal 1920, schließlich ab 1929 für immer, um in seiner neuen schwedischen Heimat als Goldschmied und später als Geschäftsmann zu arbeiten. Die guten Beziehungen, die seine Mutter in der Folge zu den Gastfamilien der Kinder aufbaute, sollten sie nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten eine Emigrationsentscheidung für dieses Land fällen lassen. Die Trennung von ihrem Mann erfolgte 1924.

Bereits Dezember 1920 kam es zu einer weiteren beruflichen Weichenstellung. Rodosi gründete zusammen mit der Geigerin und Komponistin Ellen Schlenk-Lechner (1859-1940) und der Solocellistin Josefine Donat (1865-1936) das „I. Wiener Frauen-Sinfonie-Orchester“ . Als Dirigent befand sich der arrivierte Kapellmeister Julius Lehnert (1871-1962) in ihrem Team. Das Orchester bot 50 professionellen Musikerinnen ein Forum zu öffentlichen Auftritten und markierte eine weibliche Weichenstellung in der männerdominierten Wiener Musikwelt. Auch ihre Tochter Alice, sie hatte am Konservatorium Violine studiert, fand sich hier als Mitglied ein.

Der erste Auftritt fand im März 1921 im renommierten Musikvereinssaal statt . 1924/1925 lauschte man seinen Tonkünsten im Neuen Saal der Hofburg und ab der Saison 1925/1926 im Festsaal des Militärkasinos am Schwarzenbergplatz. Programmschwerpunkte lagen neben Originalkompositionen auf zeitgenössischen und österreichischen Werken sowie auf Uraufführungen. Das Orchester war damit derart erfolgreich, dass es Bundessubventionen erhielt und regelmäßig im Radio zu hören war. 1938 durch die NS-Herrschaft aufgelöst, firmierte es während des Zweiten Weltkriegs unter neuer Leitung als Frauen-Symphonieorchester Gau Wien. Seine zum Teil neuen Mitglieder mussten unter anderem der NS- Frauenschaft beitreten. 1946 wurde es durch die Geigerin Gräfin Valerie Caboga (1870-1956), sie fungierte ab 1929 als Präsidentin des Orchesters, neugegründet und existierte bis 1956. Drei Jahre später erfolgte die endgültige Auflösung.

In diesem Pionierklangkörper weiblicher Berufsmusikerinnen spielte Marie Rodosi in der Zwischenkriegszeit als Primgeigerin und Konzertmeisterin eine zentrale Rolle. Für Julius Lehnert war sie, wie er 1938 in einem Empfehlungsschreiben formulierte, eine wichtige Stütze: Ihre „Ausgefeilte Technik, ein schöner, beseelter Ton sowie hervorragende Musikalität zeichneten ihr Spiel aus. Als Konzertmeisterin war sie eine verlässliche und energische Führerin, dem Dirigenten eine unschätzbare Helferin bei der Vermittlung seiner Intentionen und bei der Aufrechterhaltung der musikalischen Disziplin.“ Die 1920er und 1930er Jahre waren durch ein vielfältiges Frauenengagement geprägt. Dem entsprach unter der Präsidentin Yella Hertzka (1873-1948), einer internationalen Frauen- und Friedensaktivistin, die Gründung von „Panthea“. In diesem Dachverein fanden sich künstlerische Frauenorganisationen zusammen, um sich gegenseitig in kulturellen und wirtschaftlichen Interessen zu unterstützen. Ebenso bestand das Anliegen, die Alters- und Krankenversorgung von Künstlerinnen auszubauen. Ihr Heim fand „Panthea“ im 1903 gegründeten Neuen Wiener Frauenklub. In der Tuchlauben 11 konnten sich Künstlerinnen bei günstigem Mittagstisch treffen, Vorträgen lauschen, diverse Fortbildungen genießen und sich vor allem vernetzen. Unter den Repräsentantinnen Maria Radosi und Ellen Schlenk-Lechner trat das Frauen-Symphonieorchester 1920 dem Bund bei.

Dieses kooperierte regelmäßig mit anderen Frauenverbänden. So trat es etwa 1921 im Rahmen eines Kongresses der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit und 1930 bei jenem des Internationalen Frauenbundes auf. Mit den Programmen „Wiener Komponistinnen“, in denen das Orchester Werke von Elsa Werner, Mathilde Kralik, Emma Fischer, Johanna Müller-Herrmann, Frieda Kern und anderen interpretierte, zeigte auch Rodosi ihr geschlechtsspezifisches Engagement. 1933 kulminierte die weibliche Präsenz des Orchesters im Dirigat der erst 23jährigen Komponistin Hilde Firtel (1910-1991). Als der Bund Österreichischer Frauenvereine 1937 einen Vortrags- und Konzertabend im Haus der Industrie veranstaltete, sah man ein Großaufgebot weiblicher Qualifikation, das von Sängerinnen über Komponistinnen und deren Interpretinnen so selbstredend bis zu Maria Rodosi reichte. Ihr Name erschien bei Auftritten in unterschiedlicher Besetzung regelmäßig in den österreichischen Zeitungen. Rodosi übte im Wiener Musikbetrieb eine wichtige Rolle aus und erntete oft lobende Kritiken. Gleichzeitig befeuerte das Frauen-Symphonieorchester im männlich dominierten Musikbetrieb immer wieder deren Konkurrenzgefühle und führte zu Diffamierungen, die die Professionalität von Frauen weiterhin in Frage stellten. Dennoch hatte das Frauen-Symphonieorchester einen wesentlichen Beitrag zur Erweiterung weiblicher Handlungsräume geschaffen.

1929 trat die umtriebige Maria Rodosi in die gemischte Loge Harmonie des Le Droit Humain ein. Hier traf sie unter anderem auf die Schriftstellerin Lilli Heu, die bildende Künstlerin Johann Kampmann-Freund, die Komponistin Mary Dickenson-Auner, den Komponisten Paul Amadeus Pisk, die Gesangslehrerin Helene Reif, die Musikerinnen Martha Pisk-Frank und Grete Neufeld, die Pianistin Isabelle Norval, die Sängerin Clothilde Oltean von Rádonyi oder den Bratschisten Richard Goldner (1908-1991). Zu Goldner entstand eine enge Freundschaft. Die Logen besaßen demnach eine starke künstlerische Ausrichtung. Sowohl die Mitgliedschaft in der Theosophischen Gesellschaft als auch jene in der Freimauerei setzte Rodosi nach ihrer Emigration nach Göteborg fort. Neben ihren beruflichen Tätigkeiten gab sie bis 1932 den Zöglingen der Bundeserziehungsanstalt Kaiser-Ebersdorf fünf Jahre lang als freiwillige Mitarbeiterin fundierten Musikunterricht und organisierte Konzerte für sie.

Die Notwendigkeit, Österreich zu verlassen war für Maria Rodosi jedoch in den 1930er Jahren zunehmend augenscheinlich, die Entscheidung für die Emigration nach Schweden wegen ihres hier lebenden Sohnes naheliegend. Nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich hatte sie die Schikanen an der jüdischen Bevölkerung hautnah um ihre Wohnadresse Fasangasse 49 im dritten Bezirk erlebt. Da sie ungarische und nicht österreichische Staatsbürgerin war, stießen die Formalitäten zu einer Ausreise auf keine größeren Schwierigkeiten. Die „Gildemeester Auswanderungs-Hilfsaktion“ bot zudem Unterstützung. Dennoch musste sie eine Vermögensanmeldung machen. Sie besaß keine großen Werte, an Bargeld 780.- RM, ein wenig Gold- und Silberschmuck insgesamt in der Höhe von 2.207.27.- RM wobei ihre italienische Geige um 2000.- RM den einzig darin enthaltenen teuren Posten darstellte. 1939 verließ Maria Rodosi mit ihrer Tochter Hildegard und ausgewähltem Hab und Gut noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Mai ihre österreichische Wirkungsstätte, Tochter Alice entschied sich für die Flucht nach Amerika . Ehemann Ignaz von dem Maria Rodosi seit 1924 getrennt war, nahm nun die ungarische Staatsbürgerschaft an und zog nach Budapest. Hier starb er 1945.

Auf Grund ihres Alters, Maria Rodosi war nach ihrer Ankunft in Schweden über 60 Jahre alt, kam eine Orchestermitgliedschaft im Zufluchtsland nicht in Frage. Sie unterrichtete in der Folge an Schulen, arbeitete als Chorleiterin und gab Privatunterricht. 1948 erhielten die Mutter und die ledige Tochter die schwedische Staatsbürgerschaft. Beide vereinte ihre Schicksalsgemeinschaft. Sie lebten in einer gemeinsamen Wohnung und in finanziell bescheidenen jedoch in menschlich großzügigen Verhältnissen. So fanden die sozial Engagierten trotz ihrer Umstände genügend Kraft und Möglichkeiten, um die notleidenden Freunde und Freundinnen in Wien mit zahlreichen Hilfs-Paketen zu versorgen. Zu diesen wichtigen Aktionen animierte Maria Rodosi auch Bekannte sowie Mitglieder der theosophischen und freimaurerischen Logen. Unter anderem erhielt sie von ihrer freimaurerischen Freundin, der bekannten Gesangspädagogin und Sängerin Clothilde Oltean von Rádonyi dafür 1948 Dankeszeilen: „Nun jetzt will ich Dir noch meinen allerherzlichsten Dank aussprechen, für die große Güte, meine Adresse Deiner edelmutigen menschenfreundlichen Schülerin gegeben zu haben, die mir die große Wohltat erwies ein so reiches Paket zu senden, das ich gegen Mitte Januar erhielt, und für mich eine sehr große Hilfe war. Ich möchte mich gerne in einer anderen Weise revanchieren, und wenn möglich wäre etwas zu senden, möchte ich mich durch Dich belehren lassen wie ich es tun könnte, da mir die Dame unbekannt ist. Selbstverständlich werde ich ihr jetzt schreiben, und bitte auch Dich mein inniges Dankgefühl ihr mitzuteilen. Gott segne alle, die in selbstloser Güte den Darbenden helfend beistehen.“

Julius Lehnert zählte ebenso zu jenen Glücklichen, die mit Paketen bedacht wurden. Überrascht über die unerwartete Sendung meldete er sich brieflich: „Liebe gnädige Frau! Von einem Prof. Velden (Johannes Velden, Violinist) in Stockholm erhielt ich folgenden Brief: „Hiermit die freudige Nachricht, dass ich Ihnen auf Befehl von Maria Rodosi einen allmonatlichen Essenlieferanten in Sweden, Fischfett in der von den deutschen total zerbombten nordnorwegischen Stadt Bodö verschafft habe. Diesen Gebern und Maria Rodosi gebührt Dank. Mir genügt eine jedesmalige Mitteilung auf einem kleinen quadratischen Zettel (zum Einkleben in mein Kontrollbuch), von wem Sie was bekommen haben, Absende- und Ankunftstag. Wenn Sie mir ein Bild von sich senden wollen, werde ich sehr froh sein. Ihr Johannes Velden, freiwilliger Hungerkurator mit Hilfe von Bachs Solosuiten für Violine und Cello (auf -. Viola). (…) Ich muss Ihnen gestehen, dass ich beim Auspacken Thränen in den Augen hatte. Ich hatte jahrelang nichts von Ihnen gehört, und nun diese Überraschung!“

Maria Rodosi starb am 24. November 1971 hochbetagt in Göteborg. Die Erinnerung an sie und ihre Bedeutung für die Wiener Musikwelt der Zwischenkriegszeit fiel dem Nationalsozialismus zum Opfer. 2026 jährte sich der Geburtstag einer engagierten Künstlerin zum 150. Mal. Ihr musikalisches Vermächtnis schrieb sie durch ihre Aktivitäten im Frauen-Symphonieorchester in die Geschichte ein, in der ihre Bedeutung erst rekonstruiert werden muss. Zudem wurden ihre Einflüsse von zahlreichen Schülern und Schülerinnen weitergetragen – nicht zuletzt von ihrem Enkel Lars Rodosi (* 1953), der 40 Jahre lang ein begeistertes Chormitglied war und ihren Nachlass verwaltet.



Quelle: Archiv und Forschung des LE DROIT HUMAIN Österreich

Link: Maria Rodosi auf der Plattform WIEN GESCHICHTE WIKI

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